Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Montag, 1. Februar 2010
Frank Schirrmacher über die Signalwirkung des iPads
Das iPad des US-Konzerns Apple könnte sich sowohl auf die Kommunikationsgewohnheiten im Netz, als auch auf dessen Ideologie und Metaphern auswirken, meint Frank Schirrmacher in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: "Es muss verstanden werden, dass fast alle technologischen Neuerungen auf dem digitalen Sektor zu kognitiven Veränderungen geführt haben. Sie haben zu unendlicher Kreativität geführt, solange die Systeme offen waren und jeder sich an ihrer Evolution beteiligen konnte. Aber die Demokratisierung des Computers zeigt nun, dass die meisten Menschen es einfacher haben wollen und nicht ertrinken wollen in der Flut der Daten und Befehle. Also: Bequemlichkeit, Übersichtlichkeit, Virenfreiheit, auch um den Preis einer neuen Zentralregierung. Sie zu beobachten und zu überwachen ist Aufgabe nicht nur, aber vor allem der Medien. Steve Jobs' iPad signalisiert den Übergang der revolutionären Phase der Computertechnologie in eine Restaurationszeit. ... Was immer aus dem speziellen Gerät wird, das der Apple-Gründer vorstellte - er sagte nichts anderes als: die Hardware verändert den Inhalt. Das Werkzeug verändert das Denken."
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