taz - Deutschland | Donnerstag, 4. Februar 2010
Burka-Streit offenbart französische Islamophobie
Frankreich hat den Einbürgerungsantrag eines Marokkaners abgelehnt, weil er seine französische Frau zwingt, Gesicht und Körper mit einem Schleier zu bedecken. Die tageszeitung hält es für verlogen, dass sich die französische Regierung bei der Debatte um ein Burka-Verbot auf Frauenrechte beruft: "Leider beruft sich Nicolas Sarkozys Regierung nur dann auf die Frauenrechte, wenn es ihr gerade in den Kram passt. Ohne Gewissensbisse toleriert sie, dass Frauen rund 20 Prozent weniger verdienen als erwerbstätige Männer. Oder dass das Recht auf Verhütung und vor allem auf den Schwangerschaftsabbruch ernsthaft infrage gestellt wird, weil aufgrund gekürzter Subventionen viele Frauenberatungszentren schließen müssen. Sie ist darum kaum berechtigt, anderen feministische Lektionen zu erteilen. ... Fast wäre man geneigt, einem Verbot zuzustimmen, wenn es dem Kampf gegen Unterwerfung und Gewalt in der Familie dienen würde. Doch hinter der fortschrittlichen Rhetorik gegen Burka und Nikab wird eine zusehends unverschleiert daherkommende Islamfeindlichkeit sichtbar."
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