Jyllands-Posten - Dänemark | Dienstag, 9. Februar 2010
Dänemarks neue Elite volksfern
Dänemarks Elite hat sich grundlegend verändert, befindet Lars Olsen in seinem Blog bei der Tageszeitung Jyllands-Posten: "In den vergangenen Jahrzehnten sind Beamte gestärkt worden auf Kosten der gewählten Volksvertreter und es hat sich eine neue Schicht von 'Experten' in Form von Beraterfirmen, Forschungsinstituten und so weiter gebildet. Gleichzeitig hat sich auch die soziale Zusammensetzung des Parlaments verändert, so dass die Abgeordneten heute den gleichen Hintergrund haben wie Beamte und Experten. 1977 hatte ungefähr die Hälfte der Parlamentarier eine Berufsausbildung oder gar keine Ausbildung, viele hatten Erfahrung als Arbeiter oder Bauer. Das waren Menschen, die das praktische Leben geformt hatte und die stolz darauf waren. ... Unter den jüngeren Abgeordneten sieht das ganz anders aus. Über 70 Prozent der unter 40-jährigen Mitglieder des Folketings [Parlament] sind Akademiker oder Studierende. ... Die Konsequenz ist, dass eine breite Schicht von Alltagserfahrungen nicht länger repräsentiert ist. ... Das Ergebnis ist, dass die Politiker nicht mehr in ausreichendem Maße einen im Volk verankerten Gegenpart zu den Beamten bilden."
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