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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 4. März 2010

Oliver Thränert über die neue US-Verteidigungsstrategie in Europa

Die US-Regierung möchte nukleare Angriffswaffen durch einen Raketenschild ersetzen. Die Pläne bieten einen modernen Ersatz für die US-amerikanische Nuklearpräsenz in Europa, findet Oliver Thränert, Rüstungspolitikexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, in der linksliberalen Süddeutsche Zeitung: "Einmal ist Washington damit weiterhin mit einem militärischen Großprojekt an Europa gebunden. Dies trägt zur Beruhigung vieler neuer Nato-Länder bei. Da es sich um ein Allianzprojekt handelt, haben Amerikas Partner auch Mitspracherechte. ... Vor allem aber lohnt es sich unter militärischen Gesichtspunkten, in Schutzprojekte statt in nukleare Offensivwaffen zu investieren. Denn sollte es mit einem nuklearfähigen Iran - und dies dürfte für die Nato in den kommenden Jahren eine der wahrscheinlicheren Herausforderungen sein - zu einem Konflikt kommen, tut die Allianz, tut Europa gut daran, über Möglichkeiten zur Schadensbegrenzung zu verfügen. Sich in einem solchen Fall allein auf nukleare Abschreckung zu verlassen, ist ohnehin nicht ratsam."

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