Blog Carta - Deutschland | Mittwoch, 14. April 2010
Blogger erfinden Öffentlichkeit nicht neu
Die Hoffnung, dass die Meinungsführerschaft großer Medienunternehmen durch Blogs gebrochen wird, hat sich als falsch erwiesen, meint Viktor Mayer-Schönberger im Blog Carta: "Vielmehr zieht eine ganz kleine Anzahl an Blogs die meiste Aufmerksamkeit auf sich, während die allermeisten Blogs kaum oder gar nicht gelesen werden. ... Eine relativ überschaubare Zahl an Informationsintermediären sind zentraler Bestandteil nicht nur der alten, sondern auch der neuen Medienlandschaft. ... Bei den alten Medien war es die Knappheit von Ressourcen, die dazu zwang: Die hohen Investitionskosten einer maßgeschneiderten Verteilinfrastruktur und die Endlichkeit der verfügbaren Frequenzen. Im Internet hat sich dies verlagert: Knapp sind nun nicht mehr Frequenzen, sondern die Aufmerksamkeit der menschlichen Rezipienten. Es geht daher auch regulativ um ein anderes öffentliches Gut. Damit aber hat sich die Hoffnung, wir könnten als Alternative zu [dem Philosophen Jürgen] Habermas die bürgerliche Öffentlichkeit des 18. Jahrhunderts durch Internet und neue Medien wieder erfinden ... als falsch erwiesen."
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