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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 15. April 2010

Kritik an Kaczyńskis Bestattungsort

Mehr als 2000 Menschen haben am Mittwoch in Polen gegen die Entscheidung der Kirchenbehörden demonstriert, das verünglückte Präsidentenpaar in der Kathedrale auf der Wawel-Burg in Kraków zu bestatten. Die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung kann das nachvollziehen: "Wladyslaw Sikorski, der Chef der polnischen Exilregierung im Zweiten Weltkrieg, ist erst 1993, fünfzig Jahre nach seinem Tod, in der Kathedrale auf dem Krakauer Burgberg Wawel beigesetzt worden. ... Vor Sikorski hatte der 1935 gestorbene Staatsgründer und Nationalheld Jozef Pilsudski seine letzte Ruhe im Pantheon der polnischen Nation gefunden. Selbst in seinem Fall ging der endgültigen Entscheidung über seinen Verbleib auf dem Wawel ein zweijähriger Streit darüber voraus, welcher Platz dem streitbaren (und nicht sehr frommen) Staatsmann in der Kirche gebühre. Kein Wunder, dass nun auch der Beschluss, den so tragisch ums Leben gekommenen Präsidenten Kaczynski auf dem Wawel beizusetzen, (pietätvoll gedämpfte) Kritik hervorruft. Zu dessen Lebzeiten hätte niemand in Polen daran gedacht, ihn in eine Reihe mit den Königen und Geistesheroen der Geschichte zu stellen."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 15. April 2010

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