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Evenimentul Zilei - Rumänien | Donnerstag, 22. April 2010

Mircea Cărtărescu kritisiert die rumänische Mafiakrake

Vor dem Fall des Sozialismus hat der Kommunismus die alte intellektuelle Elite Rumäniens ausgerottet und damit die Chance auf neue Eliten zerstört. Heute ist das Land erneut an einem kritischen Punkt, meint der Schriftsteller Mircea Cărtărescu in der Tageszeitung Evenimentul Zilei: "Die Gesellschaft wurde [vor 1989] wie in einer Traubenpresse bis aufs Letzte ausgepresst. Das war jahrelang so und deshalb konnte auch nur ein einziger Wein herauskommen: ein schlechter, der Abschaum von Partei und Staat, der uns nachhaltig ins Unglück gestürzt hat. ... Nach 1990 haben wir uns landesweit von einigen hundert Vertretern der Zivilgesellschaft und durch einige freie Zeitungen retten lassen: ohne ihren Kampf gegen das [nach dem Fall des Sozialismus amtierende Ion] Iliescu-Regime wären wir heute das einzige [Ex-Ostblock-]Land außerhalb Europas. ... Doch jetzt sind wir wieder an einem kritischen Punkt. Man nennt dies Staatsbankrott, auch gibt es eine Mafiakrake, die alle Ressourcen kontrolliert. Mafia, das ist die Politik, das sind die Medien; sie hat die Justiz erreicht und durchdringt die Geschäftswelt. ... Sie kann Gesetze machen oder sie ignorieren, sie ist fähig, den Präsidenten abzusetzen oder Institutionen auszuhebeln."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 22. April 2010

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