Le Temps - Schweiz | Donnerstag, 22. April 2010
Investigativer Journalismus steckt in der Krise
In Genf beginnt am heutigen Donnerstag die Weltkonferenz für investigativen Journalismus. Die Tageszeitung Le Temps bricht eine Lanze für dieses Genre, das nach Meinung der Zeitung in einer doppelten Krise steckt: "Dieses journalistische Genre ist heute in Gefahr. Die Gründe für seine Schwächung sind vielfältig. Durch die Wirtschaftskrise sind die Medien finanziell ausgeblutet: Sie zögern, Rechercheure zu unterstützen, die zunächst hohe Kosten verursachen und zudem juristischen Ärger und Druck von vielen Seiten auslösen können. Zumindest in den westlichen Industriestaaten gibt es auch eine Krise der Berufung: Immer weniger Journalisten fühlen sich von dieser riskanten Tätigkeit angezogen. Dennoch ist der investigative Journalismus mittel-und langfristig eine gute Investition. Er ist interessant für Leser, Hörer und Zuschauer. Seine Relevanz in der öffentlichen Debatte wird nicht abnehmen. In diesen Zeiten voller Zweifel ist eines sicher: die Themen für journalistische Spürarbeit werden nicht ausgehen!"
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