Der Tagesspiegel - Deutschland | Mittwoch, 5. Mai 2010
Mit Burkaverbot das Abendland verteidigen
Die belgische Abgeordnetenkammer hat ein Burkaverbot beschlossen und der Polizeichef von Teheran soll angekündigt haben, künftig streng gegen Frauen mit sonnengebräunter Haut vorzugehen. Hier wie dort wird das Wohl der Frauen als Argument genutzt, schreibt der linksliberale Tagesspiegel, doch darum geht es nicht: "Wenn es den Politikern in Belgien oder in anderen westeuropäischen Ländern mit Plänen für ein Burkaverbot tatsächlich um die Frauen ginge, dann müssten und könnten sie ganz anders handeln. Sie könnten die Frauen durch Ausbildung, Arbeitsplätze und ein ausreichendes Angebot von Fluchtmöglichkeiten wie Frauenhäuser in die Lage versetzen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. ... Das Problem ist: Solch ein Modell wäre aufwändig, teuer und zeitraubend. Für die Lösung ist Empathie und ein langer Atem erforderlich. Und obendrein würde ein Engagement für die Frauen bedeuten, dass die Gesellschaft es am Ende akzeptieren muss, wenn eine Frau sich aus freien Stücken verhüllt, auch wenn es der Mehrheit nicht passt. Eine Abstimmung im Parlament, bei der sich alle als Verteidiger des Abendlandes gegen den bösen Islam aufspielen können, ist da schon einfacher."
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Alle verfügbaren Texte von » Susanne Güsten
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