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Eleftherotypia - Griechenland | Mittwoch, 26. Mai 2010

Nikos Paraskevopoulos über gute und schlechte Morde

Bei Protesten gegen die griechischen Sparbemühungen wurden Anfang Mai in einer Athener Bank drei Menschen getötet. Angesichts dieser Todesfälle und mehrerer Bombenattentate zeigt sich Nikos Paraskevopoulos in der linken Tageszeitung Eleftherotypia besorgt über die Zunahme der Gewalt: "Durch die Deregulierung des Wohlfahrtsstaates sterben Menschen wegen unzureichender Versorgung in Krankenhäusern. Und mit dem Zerfall des sozialen Zusammenhalts entsteht eine Überschneidung der gesellschaftlichen Ränder mit der organisierten Kriminalität, die Gewaltvorfälle multipliziert. ... Vielleicht fragt sich jemand, ob ein Spielraum für die institutionelle Anerkennung bestimmter Morde besteht, die nicht den Wert des Lebens verneinen. Die Antwort kann nur dann Ja lauten, wenn der Tod des einen den anderen, der sich in Gefahr befindet, direkt zu retten vermag. ... Diese absolut seltenen Ausnahmefälle zeugen wohl von Respekt anstatt von Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben. Dem Bild des vermeintlich besseren und von der Gesellschaft gedeckten schleichenden mörderischen Aktes begegneten die unzähligen Menschen, die in Ehrfurcht vor der verbrannten Bank gestanden haben, dem Ort des Märtyrertodes von drei Menschen. ... Gewalt fördert Gewalt, das Töten auch: Das ist eine historische Lektion."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 27. Mai 2010

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