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taz - Deutschland | Freitag, 4. Juni 2010

Präsidentschaftskandidat zeigt Merkels Machtverlust

Nach dem überraschenden Rücktritt von Horst Köhler hat sich die deutsche Regierungskoalition auf Christian Wulff als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten geeinigt. Die Entscheidung für den niedersächsischen Ministerpräsidenten zeigt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel Durchsetzungskraft eingebüßt hat, kritisiert die linke tageszeitung: "Er ist ein farbloser Landespolitiker, der im Fernsehen immer ganz nett wirkt. Dass er mal eine Debatte angestoßen hätte, ist nicht bekannt. ... Offenbar hat Merkel ihre Kandidatin von der Leyen [jetzige Arbeitsministerin], die eine clevere Wahl gewesen wäre, nicht durchsetzen können. Das ist allerdings spektakulär. Es zeigt wie instabil diese Regierung mittlerweile ist. Denn ganz gleich, was man von Merkels zögerlichem, abwartendem Führungsstil hält - auf eines war bei ihr immer Verlass: Sie verfügt über ein äußerst effektives Gespür für Macht und weiß, wie Helmut Kohl, wie man am Ende bekommt, was man will. Auch das scheint nicht mehr zu funktionieren."

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