Lidové noviny - Tschechien | Freitag, 4. Juni 2010
Ungarn und Slowakei fördern Nationalismus
Ungarn gedenkt heute des Trianon-Abkommens, mit dem das Land vor 90 Jahren zwei Drittel seines Territoriums und ein Drittel seiner Bevölkerung verlor. Im südslowakischen Komárno droht es dabei zu Auseinandersetzungen zwischen Nationalisten beider Seiten zu kommen. Die konservative Tageszeitung Lidové noviny ist besorgt: "'Je schlimmer, desto besser' scheint das Motto der slowakischen und der ungarischen Regierung zu sein, die weiter an der Schraube nationalistischer Leidenschaften drehen. So, als wollten [die Premiers] Robert Fico und Viktor Orbán früher und später Blut fließen sehen. Bratislava reagiert auf den Jahrestag von Trianon mit offiziellen Feiern. Fehlt nur, dass das slowakische Parlament den Tag zum neuen slowakischen Staatsfeiertag erklärt. ... Die slowakischen Wähler haben gegenüber den ungarischen, die womöglich schon begriffen haben, dass die Wahl Orbáns nicht glücklich war, einen Vorteil: Sie können Fico und [dem Chef der Nationalpartei Ján] Slota ihre Stimme noch verweigern. Die Wahlen sind schon in einer Woche."
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