Gazeta Wyborcza - Polen | Donnerstag, 17. Juni 2010
Pädophiler Erzbischof darf nicht zurück ins Amt
Der Erzbischof von Poznan, Juliusz Paetz, der vor acht Jahren volljährige Priesterschüler missbraucht hat, soll sein Amt wieder im vollen Umfang ausüben. Der Vatikan hat die Verbote aufgehoben, die seine Arbeit eingeschränkt haben. Unerträglich findet das Jan Turnau in der liberalen Tageszeitung Gazeta Wyborcza: "'Wer sich an den Kleinen vergreift, dem muss man einen Stein um den Hals hängen und an der tiefsten Stelle im Meer versenken', fordert das Evangelium. Und noch ein Zitat: 'Ein pädophiler Bischof ist der Gipfel des Bösen! Und er sitzt immer noch ganz ruhig dort, wo er schon immer gesessen hat - er amtiert zwar nicht mehr, das stimmt schon. ... Doch wo bleibt die Strafe? Wo bleibt die öffentliche Entschuldigung für alle Geschändeten? ...' Das sind die Worte von Joachim Badeni [kritischer polnischer Priester zu dem Thema]. Doch Paetz sitzt nicht nur ruhig da und entschuldigt sich nicht, sondern verlangt auch noch seine vollen Rechte als Bischof zurück. ... Ich verstehe nicht, wie der Vatikan eine solche Entscheidung fällen kann, die ihm sämtliche heiligen Amtsrechte wiedergibt. Es ist offensichtlich, dass dort Leute denken, dass es ohne Proteste auch keine Affäre gibt. Sie warten solange, bis Polen ein zweites Irland wird."
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