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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Dienstag, 22. Juni 2010

Russland belohnt und straft mit Gas

Moskau hat begonnen, seine Gaslieferungen an Belarus um bis zu 85 Prozent zu drosseln, wegen ausstehender Zahlungen von 150 Millionen Euro. Gleichzeitig droht es, das Gas für Westeuropa über die Ukraine zu leiten. Ein unfaires Spiel, urteilt die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Aber weil die weißrussische Landwirtschaft ganz maßgeblich von russischer Energie abhängig ist, weil die Industrie ohne die subventionierte Energie des Nachbarn gar nicht lebensfähig ist, weil das rückständige Land vor allem mittels eines Kredits des Internationalen Währungsfonds seine Zahlungsfähigkeit aufrechterhält, sind Weißrussland und sein kleiner Diktator, Alexander Lukaschenko, kein adäquater Gegner für den Kreml. Das Angebot aus Minsk, die aufgelaufenen Schulden mit Autos statt mit Dollar zu begleichen, hat in Moskau nur ein wölfisches Grinsen hervorgerufen. In Berlin und Brüssel wird der erneute Gasstreit als Beleg für zweierlei gesehen: Es wird Zeit, dass die Pipeline durch die Ostsee fertig wird, und es bleibt langfristig wichtig, sich nicht nur energiepolitisch mit den Russen gut zu stellen."

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