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taz - Deutschland | Dienstag, 29. Juni 2010

Sarkozy braucht korrupten Arbeitsminister

Die Korruptionsvorwürfe gegen den französischen Arbeitsminister Eric Woerth nehmen an Schärfe zu. Woerth soll in seiner Zeit als Finanzminister der reichsten Französin, Liliane Bettencourt, geholfen haben Steuern zu hinterziehen. Er müsste längst seinen Hut nehmen, meint die linke tageszeitung, wenn er für den Präsidenten Nicolas Sarkozy nicht so wichtig wäre: "In Wirklichkeit hat die resolute Rückendeckung der Staatsspitze für den angegriffenen Minister einen ganz anderen Grund: Eric Woerth ist nicht mehr für die Steuern und den von ihm (zusammen mit [dem ehemaligen deutschen Finanzminister] Steinbrück) lancierten Kreuzzug gegen Steueroasen zuständig, sondern muss als neuer Arbeitsminister die Rentenreform durchsetzen. Sein unpopulärer Vorschlag, das gesetzliche Rentenalter von 60 auf 62 oder 63 Jahre hinaufzusetzen, macht ihm in Frankreich nicht viele Freunde. Sarkozy kann es sich aber nicht leisten, diesen Mann auf einem Schlüsselposten fallen zu lassen. Mit dessen Sturz würde auch die Rentenreform diskreditiert, die für den Präsidenten höchste Priorität hat und zum Test für seine Glaubwürdigkeit wird."

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