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La Repubblica - Italien | Dienstag, 29. Juni 2010

Papst nicht immun gegen Missbrauchs-Vorwürfe

Der Oberste Gerichtshof in Washington hat am Montag dem Vatikan die diplomatische Immunität abgesprochen. Damit kann der Vatikan im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen gegen einen Priester in den USA zivilrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Der Papst gab darauf eine indirekte Antwort mit seiner Ankündigung, einen Päpstlichen Rat zu gründen für eine geistige Reform der Kirche, meint die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Der schüchterne Intellektuelle, der seit fünf Jahren die katholische Kirche befehligt, hat seinen elfenbeinernen Ort der Besinnung verlassen. Er beweist am Steuerruder eine Entschlossenheit, die nur Unwissende überraschen kann. ... Die Debatte um den Missbrauchskandal im Klerus und die Vertuschung bis hinauf in die höchsten Ränge des Heiligen Stuhls hat, wie vorauszusehen war, zu unvermeidbaren Spannungen innerhalb der Kirchenspitze geführt. Benedikt XVI. beabsichtigt eindeutig, die weitere Entwicklung selbst zu lenken, indem er die innere Front entlang der Linie der von ihm vorgeschlagenen geistigen Reform vereint. Damit geht er weit über allgemeine Maßnahmen der Moralisierung hinaus."

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