Jornal de Negócios - Portugal | Mittwoch, 7. Juli 2010
Pedro Lains sieht Angela Merkel auf den Spuren von Margaret Thatcher
Die Politik der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in der aktuellen Wirtschaftskrise mit der von der britischen Ex-Premierministerin Margaret Thatcher vergleichbar, meint der Ökonom Pedro Lains in der Wirtschaftszeitung Jornal de Negócios: "Obwohl mit mehr Pragmatismus als Ideologie, macht Merkel zurzeit ähnliches wie Thatcher in den 1980er Jahren. Wenn es nach Deutschland geht, soll die Finanzdisziplin in der Politik das Sagen haben, und nicht die Geldverschwendung der Staaten. Diese sei verhängnisvoll für das Wachstum, meint Merkel. Für Europa will sie weniger Integration und eine bessere Festlegung der Kosten sowie eine Regelung, wer sie zu zahlen hat. Wo wird Merkel mit diesen Positionen enden? Repräsentiert sie die Mehrheit in Deutschland? Oder gibt es ein europäischeres Deutschland, das lediglich schlafend auf das Vorübergehen der Krise wartet? Die Wahlergebnisse der Kanzlerin in den vergangenen Monaten sind für Europa ermutigend. Vielleicht passiert Merkel das gleiche wie ihrer Vorgängerin: ausscheiden, nachdem sie die Hauptprobleme gelöst hat. Aber selbst wenn sie verliert, wird sie gewinnen. Denn Europa wird nicht mehr so funktionieren wie zu ihrem Amtsantritt."
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