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La Repubblica - Italien | Donnerstag, 8. Juli 2010

Italien protestiert gegen Maulkorbgesetz

Viele italienische Medien protestieren am heutigen Freitag mit einem Informations-Streik gegen das neue Abhörgesetz, das unter anderem drastische Strafen für Journalisten vorsieht, die Ermittlungsakten oder mitgeschnittene Gespräche veröffentlichen. Dass die Medien aus Protest gegen den befürchteten Maulkorb schweigen, ist zwar paradox, aber angesichts der "Fernsehdiktatur" von Premier Silvio Berlusconi die einzige Möglichkeit sich Gehör zu verschaffen, schreibt die linksliberale Tageszeitung La Repubblica am Donnerstag: "Der Streik ist der einzige Weg in einem unglücklichen Land, das Opfer eines unrechtmäßigen Fernsehmonopols ist [Premier Berlusconi besitzt den größten Privatsender Mediaset und hat Einfluss auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen RAI], um dem Fernsehzuschauer bewusst zu machen, was im Schaltkreis von Macht, Justiz, Information und öffentlicher Meinung abläuft. Nämlich mit dem Gesetz den Kreis zu unterbrechen. Die Ermittlungsrichter sollen an der Beweisführung gehindert werden, die Journalisten schweigen und die Bürger tappen im Dunklen. Davon sprechen die devoten Fernsehnachrichten nicht. Einen Tag lang wird der Fernseh-Blackout für sie sprechen, und die Fernsehzuschauer werden endlich erfahren, dass es ein Problem gibt, das sie betrifft."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 9. Juli 2010

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