The Observer - Großbritannien | Montag, 12. Juli 2010
Briten lüstern nach Sensationen
Am Ende einer einwöchigen Flucht vor der britischen Polizei hat sich der mutmaßliche Mörder Raoul Moat das Leben genommen. Die linksliberale Sonntagszeitung The Observer sieht es als Ausdruck der allgemeinen Sensationslust, dass die Fernsehkameras die Jagd bis zu ihrem Ende rücksichtslos begleiteten: "Es ist zu oberflächlich, den Medien die Schuld zu geben. Sie füttern nur das Monster des 'öffentlichen Interesses' - eine gefräßige, ungeduldige, gaffende Kreatur. ... Es scheint ein Teil in uns zu sein, der das 'Tod und Ehre'-Monster füttert, das vermutlich in so armen, verblendeten Kerlen wie Moat lauert. Und es ist dieser Teil in uns, der all diese Fantasien, das Zentrum der Aufmerksamkeit, der große und furchterregende Kerl mit der Waffe zu sein, wahr werden lässt. ... Wir müssen akzeptieren, dass zeitweise Moat´s Krankheit auf unsere Krankheit traf und wir in einer tödlichen Umarmung gefangen waren, unterbrochen nur noch von Werbepausen."
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