Navigation

 
Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Dienstag, 20. Juli 2010

Orbán verspielt Vertrauen der Märkte

Ungarns rechtsnationale Regierung lehnt Sparmaßnahmen ab, die der Internationale Währungsfonds (IWF/IMF) gefordert hat. Den Kursverlust des Forint am Montag nimmt Budapest nach dem Abbruch der Verhandlungen mit dem Fonds offenbar hin, stellt die konservative Neue Zürcher Zeitung fest: "Der IMF hat bereits warnend darauf hingewiesen, wie gefährlich ein Zerfall des Forint für den ungarischen Schuldenstand werden kann. Die Regierung Orbán scheint das noch nicht begriffen zu haben. Als ihre Vertreter Anfang Juni in der Hoffnung auf innenpolitische Geländegewinne verkündeten, sie hätten Beweise für Haushaltslöcher in griechischem Ausmass gefunden, verlor der Forint zum Euro in zwei Tagen fast 5%. Später ruderten sie zurück, aber mit einem Minus von 6,5% in drei Monaten hatte sich der Forint bis Freitag so schlecht entwickelt wie keine andere Währung. Ohne Einigung mit EU und IMF wird Ungarn kaum Vertrauen an den Märkten zurückgewinnen. Besonders bei einer Regierung, die solche Kapriolen vollführt, wünscht jeder Investor dem Land ein internationales Sicherheitsnetz."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 20. Juli 2010

Weitere Inhalte