Il Sole 24 Ore - Italien | Mittwoch, 21. Juli 2010
Nicht zu eilig Afghanistan verlassen
Die Teilnehmer der internationalen Afghanistan-Konferenz haben sich in Kabul darauf geeinigt, dass die Afghanen bis Ende 2014 selbst für ihre Sicherheit sorgen. Das setzt Kabul unter einen verhängnisvollen Zeitdruck, meint die Wirtschaftzeitung Il Sole 24 Ore: "Das Problem ist nicht das Geld, das der Westen zur Verfügung stellt. Sondern das sich Afghanistan langsam bewegt, und nicht so wie wir wollen. Die internationale Gemeinschaft hat es eilig, doch Veränderungen kosten dort Zeit - ein teures Produkt, das im Westen Mangelware geworden ist. Acht Stunden in Kabul zu verbringen ist eine Ewigkeit für die Delegationen, die gehetzt sind vom Wunsch rasch abzureisen. Andererseits sind die neun Jahre seit dem Sturz der ... Taliban paradoxerweise im Nu vergangen. Wie viel Zeit wollen wir noch investieren? Die Antwort ist einfach. So wenig wie möglich. Doch 2014 ist eine apokalyptische Frist für Menschen, die keine Zeit haben: zu nah und doch zu fern."
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