Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 22. Juli 2010
Spanien verlängert kubanische Diktatur
Kuba hat dem spanischen Außenminister Miguel Ángel Moratinos zufolge entschieden, alle politischen Gefangenen freizulassen. Bereits vor zwei Wochen konnten durch spanische Vermittlung 52 Dissidenten ausreisen. Die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung hat Zweifel am spanischen Engagement für mehr Menschenrechte: "Es war ein seltsamer Zufall, dass in den Tagen nach der Verkündung des Paktes zwischen Raúl Castro, der katholischen Kirche und Moratinos über die Gefangenen der 84 Jahre alte Fidel gleich ein halbes Dutzend Mal wieder öffentlich auftrat. ... [Die bereits Freigelassenen] hausen vorübergehend in einer Pension namens 'Welcome' in einem Madrider Vorort und wären lieber bei ihren Freunden und Verwandten in Florida. Die Europäer, so wenden sie ein, sollten sich nicht täuschen lassen. Denn außer politischen Winkelzügen sei von den Castros schon deshalb nichts zu erwarten, weil jeder substantielle Liberalisierungsschritt nur ihre Machtstellung schwächen würde. Soll also die EU einer moribunden Diktatur, die in einem halben Jahrhundert mehr als ein Zehntel ihrer Bevölkerung durch Flucht verloren hat, aus vager Hoffnung auf einen 'sanften Übergang' noch Sauerstoff verschaffen?"
» weiterführende Informationen (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Lateinamerika
Alle verfügbaren Texte von » Leo Wieland
» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 22. Juli 2010