Adevărul - Rumänien | Montag, 26. Juli 2010
Ungarn-Rumänen wollen Autonomie wie Kosovaren
Der Ungarn-Rumäne und Europaparlamentarier László Tökés hat erneut Autonomie für das ungarischsprachige Szeklerland in Rumänien gefordert, diesmal auf Grundlage der Kosovo-Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs. Das erzeugt nur Hysterie, meint die Tageszeitung Adevărul und empfiehlt stattdessen eine Debatte über regionale Identität: "Uns fehlt dieser lokale Patriotismus, der einen Gasthofbesitzer aus Garmisch-Partenkirchen beispielsweise stolz sagen lässt, dass er zuallererst Bayer ist. ... Ein schwachsinniger nationaler Komplex hindert uns daran zuzugeben, dass wir immer noch eine starke regionale Identität haben. Wir trauen uns nicht, daraus ein Thema für eine politische Debatte zu machen, aus der lächerlichen Angst heraus, dass die Ungarn in unserer Landesmitte sich womöglich in solch einer Region wiederfinden. ... Wir haben keinen Mut, Rumänien seine natürliche Form zu geben, nämlich entsprechend seiner Regionen. Wir verlieren Zeit und große Möglichkeiten."
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