Der Standard - Österreich | Dienstag, 27. Juli 2010
Afghanistankrieg ist verloren
Nach der Veröffentlichung von mehr als 90.000 offensichtlich kompromittierenden Dokumenten erklärt die linksliberale Tageszeitung Der Standard den Afghanistankrieg für gescheitert: "Was auch immer sich die Strategen in den USA, Brüssel und Kabul nun einfallen lassen: Die Glaubwürdigkeit ist dahin. Wie will man im Nachhinein erklären, dass eine Spezialeinheit seit Jahren offenbar erfolglos Jagd auf die Taliban macht? Wie will man rechtfertigen, dass die Zusammenarbeit mit pakistanischen Behörden offiziell gelobt wird, dann aber bekannt wird, dass der pakistanische Geheimdienst der 'vermutlich wichtigste außerafghanische Helfer der Taliban' ist? ... Die Kritik an dem riskanten Einsatz wird in allen beteiligten Ländern zunehmen. Für die Nato, die nach dem Ende des Kalten Krieges ihre Rolle in einer Art Weltpolizei sah, stellt sich damit auch die Legitimitätsfrage. Selbst wenn offiziell Durchhalteparolen verbreitet werden, so ist doch längst klar: Dieser Krieg ist nicht zu gewinnen. Es werden Parallelen zum Vietnamkrieg deutlich: 1971 hat ein US-Gericht die Veröffentlichung geheimer Dokumente über die Lage in Vietnam erzwungen, inzwischen sorgt das Internet für Transparenz."
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