Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Freitag, 30. Juli 2010
Schweizern fehlt Motivation zum EU-Beitritt
Die Schweiz ist unter Druck geraten, sich stärker an die EU anzunähern. Doch die meisten Schweizer lehnen einen EU-Beitritt nach wie vor ab. Die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung versteht das: "Die ursprüngliche Sechsergemeinschaft entstand nicht zuletzt als Friedensgemeinschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Später hoffte Großbritannien, durch den Beitritt einen Teil seiner verblichenen Weltmachtrolle zu retten. Irland und einige Staaten Südeuropas strebten zur Wohlstandsmehrung in die Gemeinschaft. Für die Staaten Osteuropas ging die EU-Mitgliedschaft mit der Abschüttelung der kommunistischen Vergangenheit einher. Solche Antriebskräfte fehlen in der politisch einzigartig organisierten und wirtschaftlich erfolgreichen Schweiz. Außerdem wäre sie in der Europäischen Union angesichts ausufernder Staatsschulden mehr denn je einer der Nettozahler. Die Schweizer sind zwar überzeugte Europäer; in der EU wären sie jedoch in erster Linie unwillige Mitglieder. ... Die Gestaltung des künftigen Verhältnisses zur EU - ohne die Option einer Mitgliedschaft - bleibt eine Herausforderung."
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