The Observer - Großbritannien | Montag, 16. August 2010
Scheu vor Fremdsprachen schadet Großbritannien
Seit dem Erlass der Labour-Regierung 2004, nach dem Fremdsprachen an britischen Schulen nicht länger Pflichtfach sind, ist Schulbehörden zu Folge, die Bereitschaft der Briten zurückgegangen, eine zweite Sprache zu lernen. Das wird Großbritannien schaden, meint der deutschstämmige Dichter und Übersetzer Michael Hofmann in der linksliberalen Sonntagszeitung The Observer: "Die so genannte 'Weltsprache' Englisch ist die Muttersprache von gerade mal 7 Prozent der Weltbevölkerung; 75 Prozent sprechen überhaupt kein Englisch. Sprachen sind eine der ältesten, tiefgründigsten, verblüffendsten und durchdachtesten Erfindungen der Menschheit. Eine Verachtung für, oder Desinteresse an allen anderen [Sprachen] scheint mir kein zivilisierter oder auch nur akzeptabler Tatbestand. Ausländer werden trotz allem weiterhin Englisch lernen. Die Briten haben, so scheint mir, die Verpflichtung, das zu erwidern. Man kann es nennen, wie man will: Gegenseitigkeit, Höflichkeit, einen fairen Austausch, gute Sitten. Es nicht zu tun, ist in jedem Sinne gehässig. ... Es ist ein Austritt aus dem internationalen Gemeinwesen."
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