El País - Spanien | Donnerstag, 19. August 2010
Aznar nutzt spanisch-marokkanische Krise aus
Inmitten der diplomatischen Krise zwischen Marokko und Spanien hat der ehemalige konservative Regierungschef José María Aznar der spanischen Enklave Melilla einen Kurzbesuch abgestattet. Marokkanische Demonstranten hatten vor einigen Tagen den Grenzübergang zu Melilla blockiert und den Ort so von der Lebensmittelversorgung abgeschnitten. Die linksliberale Tageszeitung El País verurteilt Aznars Besuch: "Sein Besuch in der autonomen Stadt hat nichts mit einer Unterstützung für die Bewohner oder die dort arbeitenden Sicherheitskräfte zu tun. Stattdessen ist sein Besuch in diesen Tagen der Krise mit Marokko ein politisch opportunistischer und niederträchtiger Angriff auf die spanische Regierung. Während seiner acht Jahre als Ministerpräsident hat er Melilla nie in offizieller Mission besucht, in Übereinstimmung mit einer Politik der Vorsicht, die nie jemand kritisiert hat. Jetzt ist er dort aufgetaucht, nicht etwa um etwas zu tun, sondern um zu sagen, dass er anwesend ist, während [der aktuelle Ministerpräsident] Zapatero und seine Minister nicht gekommen sind."
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Innenpolitik, » Spanien, » Marokko
» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 19. August 2010