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Lidové noviny - Tschechien | Samstag, 28. August 2010

Tschechiens schwarze Zeit nach 1945

Das in Tschechien gefundene Massengrab bei Jihlava mit den sterblichen Überresten Deutscher, die nach dem Zweiten Weltkrieg mutmaßlich von Tschechen umgebracht worden waren, hat im Land eine lebhafte Debatte ausgelöst. Die konservative Tageszeitung Lidové noviny spricht von "einer der schwärzesten Zeiten der tschechischen Geschichte. Sechs Jahre der Okkupation, der Verfolgung und der Gewalt erzeugten bei einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung das Streben nach Rache. ... Allein das Verzeichnis der Orte, in denen es 1945 nachweisbar zur Ermordung von Deutschen kam, würde womöglich mehrere Zeitungsseiten füllen. ... Man kann nicht erwarten, dass die Untersuchung der 65 Jahre zurückliegenden Morde zur Verurteilung der Täter führt. Die Verbrechen sind längst verjährt und eine Anklage wegen [unverjährbaren] Genozids würde vor Gericht nicht bestehen. Wir können aber die Wahrheit und eine moralische Reinigung erwarten. Es scheint, dass wenigstens diejenigen schon auf dem Weg dahin sind, die am Ort des Verbrechens bei Jihlava ein Kreuz errichtet haben."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 30. August 2010

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