Dagens Nyheter - Schweden | Mittwoch, 1. September 2010
Kaum Hoffnung für Nahost-Gespräche
Die Friedensgespräche zwischen Israels Premier Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, die am Donnerstag wieder aufgenommen werden sollen und von US-Präsident Barack Obama vermittelt wurden, haben nach Ansicht von Dagens Nyheter nur wenig Aussicht auf Erfolg: "Bereits in drei Wochen können die Friedensgespräche torpediert werden. Am 26. September endet der Baustopp für die Siedlungen, und Netanyahu hat bereits angekündigt, dass er nicht verlängert wird. In diesem Fall werden die Verhandlungen laut Abbas abgebrochen. So lange die israelische Regierung sich weigert, Kompromisse zu Jerusalem einzugehen, und die Palästinenser nicht von ihrer Forderung abrücken, dass die Flüchtlinge von 1948 zurückkehren dürfen, ist der Weg steinig. Falls Netanjahu und Abbas wider allen Erwartungen erfolgreich sein sollten, lauern neue Gefahren. Hamas ist mit ihrer Ein-Parteien-Herrschaft sowohl gegen Israel als auch gegen jegliche Diplomatie. Israelische Extremisten können ebenfalls versuchen, ein Abkommen zu torpedieren. Dass Obama die Parteien an den Verhandlungstisch gezwungen hat, ist an und für sich gut. Er muss alle möglichen Druckmittel ausschöpfen, damit sie sich vorwärts bewegen. Falls das, wie geplant, innerhalb eines Jahres gelingt, hat sich Obama seinen Friedensnobelpreis verdient."
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