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Financial Times Deutschland - Deutschland | Freitag, 3. September 2010

Getriebene Bundesbank schasst Sarrazin

Skandalautor Thilo Sarrazin muss die Deutsche Bundesbank verlassen. Der Vorstand nennt als Grund mangelnde politische Mäßigung. So richtig die Trennung von ihrem allseits kritisierten Vorstandsmitglied ist, so marionettenhaft erschien die Bundesbank, meint die wirtschaftsliberale Financial Times Deutschland: "Die Bundesbank ist ein Mythos. Sie gilt als unabhängig und unbestechlich, verpflichtet allein dem Ziel der Preisstabilität. Doch in dieser quälend langen Woche wirkte ihr Präsident alles andere als unabhängig. Das lag vor allem an der Politik, die zwar lauthals Sarrazins Abberufung forderte, aber gleichzeitig so tat, als hätte sie mit der ganzen Sache nicht das Geringste zu tun. Angesichts der guten Ratschläge von Kanzlerin, Opposition und sogar vom Bundespräsidenten schien [Bundesbankpräsident] Weber passiv und getrieben. Daran ändert auch der jetzige Vorstandsbeschluss wenig. Die einst so stolze Bundesbank steht da als Marionette der Politik. ... Wenn die Politik etwas aus dem Fall Sarrazin mitnehmen kann, dann den Auftrag, endlich klare Verantwortlichkeiten zu schaffen. Wer eine unabhängige Bundesbank will, der sollte ihr auch eine eigene Personalpolitik zugestehen."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 3. September 2010

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