De Tijd - Belgien | Freitag, 3. September 2010
Europa profitiert von EU-Finanzaufsicht
Als Konsequenz aus der schweren Finanzkrise sollen zum Jahreswechsel drei neue EU-Behörden zur Aufsicht von Banken, Versicherungen und Börsen eingerichtet werden. Darauf einigten sich Vertreter von EU-Parlament, Ministerrat und EU-Kommission am Donnerstag. Eine Entscheidung mit Augenmaß, meint die Wirtschaftszeitung De Tijd: "Das ist ein großer Schritt vorwärts, auch wenn der Schwerpunkt der täglichen Aufsicht auf nationalem Niveau bleibt. Und das ist gut so. Eine europäische Aufsichtsinstanz, die auch auf Mikroniveau die Kontrolle ausüben müsste über alle Banken und Versicherungsgesellschaften in den 27 Mitgliedsstaaten, wäre ein ineffizienter Koloss. Auf der anderen Seite ist es nicht schlecht, dass es künftig eine europäische Instanz gibt, die den nationalen Aufsichtsbehörden auf die Finger schaut und wenn nötig auf die Finger schlägt. ... Dass die Mitgliedsstaaten bereit sind, ihre Befugnis über die finanzielle Aufsicht zum Teil an ein supranationales Organ abzugeben, ist ein wichtiger Sieg für Europa. Bald ist es zwei Jahre her, dass die Bankenkrise in aller Heftigkeit zuschlug. Seither ist doch ein weiter Weg zurückgelegt worden, um die Kontrolle auf dem Finanzsektor zu verschärfen."
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