Corriere del Ticino - Schweiz | Montag, 6. September 2010
Fini ändert Italien nicht
Italiens Parlamentspräsident Gianfranco Fini hat das Ende der Regierungspartei PDL verkündet, die ihn nach Querelen ausgeschlossen hatte. Doch er bricht nicht mit Premier Silvio Berlusconi, dem er einen Pakt bis zum Ende der Legislaturperiode angeboten hat. Fini hat damit eine wichtige Gelegenheit verpasst, meint die liberale Schweizer Tageszeitung Corriere del Ticino: "Gianfranco Fini hat sich in seiner Rede einzig und allein auf seinen eigenen Ausschluss bezogen und auf sein Recht, innerhalb der Partei Kritik üben zu dürfen, das heißt auf eine Frage der Methode der Parteiführung. ... Fini hätte nicht von der Geburt eines neuen Volkes der Freiheit, sondern von der Auferstehung Italiens aus den Trümmern sprechen sollen, unter denen es begraben liegt. ... Eine Rede, die wahrscheinlich weder zum Bruch mit Berlusconi noch zu einer Regierungskrise führt, die aber die Krise des Berlusconismus und des gesamten Landes nicht beendet. Am Ende werden sie einen Kompromiss finden und alles wird beim Alten bleiben. Nach der alt bewährten Methode, große Veränderungen ankündigen, damit sich nichts verändert."
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