Der Standard - Österreich | Freitag, 1. Oktober 2010
Berlusconi spürt die Folgen seiner Politik
Italiens Premier Silvio Berlusconi hat am Mittwoch und Donnerstag die Vertrauensabstimmungen in Parlament und Senat für sich entschieden. Aber das ist nur ein rechnerischer Erfolg, analysiert die liberale Tageszeitung Der Standard, politisch ist er stark geschwächt: "Berlusconi hat die Politik in einen Markt verwandelt. Nun bekommt er die Folgen zu spüren. In der Regierungspartei häufen sich Kleinfraktionen, Überläufer und Einzelgänger, die mit Posten belohnt werden wollen. ... Das Niveau der politischen Auseinandersetzung hat einen kaum noch unterbietbaren Tiefpunkt erreicht. Minister wie Umberto Bossi, der gerne seinen Mittelfinger in die Kameras hält, Furzgeräusche imitiert und politische Gegner wie den Christdemokraten Pier Ferdinando Casini öffentlich als 'Arschloch' beschimpft, zeigen täglich die Verrohung der Politik. Diese Verrohung bekommt nun auch der Cavaliere zu spüren. Berlusconi hat auch in der eigenen Partei stets die Jasager belohnt und die Kritiker brüskiert. Schwer zu glauben, dass sie ihm nicht das Wasser abgraben, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Italien
Alle verfügbaren Texte von » Gerhard Mumelter
» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 1. Oktober 2010