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Gazeta Wyborcza - Polen | Mittwoch, 6. Oktober 2010

Marcin Wojciechowski über die Schattenseiten des Warschauer Aufstands

Ehemalige Soldaten des Warschauer Aufstandes haben 66 Jahre nach der Unterzeichnung der Kapitulation erstmals die Einwohner der Stadt um Entschuldigung gebeten für die Leiden, die sie wegen der Erhebung erdulden mussten. Marcin Wojciechowski von der liberalen Tageszeitung Gazeta Wyborcza weist als einer der ersten Kolumnisten in Polen darauf hin, dass das bisher glorifizierte Ereignis auch Schattenseiten hatte: "Heute kann man das ja sagen: Politisch und militärisch war der Aufstand eine Katastrophe, obwohl man natürlich den Teilnehmern die höchste Wertschätzung für ihren Heldenmut zuerkennen muss. … Die Erinnerung an 150.000 Zivilisten, die beim Aufstand gestorben sind, sollte ein eigener Teil des Gedenkens an diese Erhebung sein. Leider macht das Museum über den Warschauer Aufstand dies nur sporadisch. Es glorifiziert die Aufständischen, die Pfadfinder und sogar die westlichen Flieger, die Waffen über der Stadt abgeworfen haben. Doch wird nur sehr wenig über die Leiden und Opfer der einfachen Menschen gesprochen. Und wenn, dann nur nach dem Motto: 'Am wichtigsten ist es, schön fürs Vaterland zu sterben.' Heute - in Zeiten der Freiheit und der Unabhängigkeit - muss man lernen, wie schön es ist, dafür zu leben."

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