Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Montag, 25. Oktober 2010
IWF-Reform schafft neue Konflikte
Die Finanzminister der G20 haben sich auf einen Umbau des Internationalen Währungsfonds (IWF) geeinigt. Kernpunkt ist die Verschiebung der Stimmgewichte im Exekutivrat von europäischen Staaten hin zu aufstrebenden Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien. Doch das neue Machtverhältnis birgt neue Schwierigkeiten, analysiert die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Die Industrienationen haben in den vergangenen Jahrzehnten die Liberalisierung der Geld- und Gütermärkte vorangetrieben und damit eine wichtige Voraussetzung für das Wachstum der Weltwirtschaft geschaffen. Viele Schwellenländer befürworten dagegen einen stärkeren Einfluss des Staates auf die Wirtschaft. Erste Konfliktlinien, zum Beispiel in der Währungspolitik, sind unübersehbar. Europa kann in dieser neuen Welt nur dann eine gewichtige Stimme bleiben, wenn es gemeinsame Positionen findet. Das ist nicht selbstverständlich. Großbritannien wird bei Konflikten wohl an der Seite Amerikas zu finden sein, Frankreich zumindest hin und wieder auf der Seite von Schwellenländern. Hieraus erwächst eine Verantwortung für Deutschland."
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