Sega - Bulgarien | Dienstag, 2. November 2010
Bulgarische Rentenreform kommt zu spät
Nach monatelangen Verhandlungen haben sich Regierung, Arbeitgeber und Gewerkschaften in Bulgarien auf eine Reform des Rentensystems geeinigt. Die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 63 Jahre für Frauen und 65 für Männer ab 2021 kommt aber viel zu spät, meint die Tageszeitung Sega: "Bulgarien befindet sich in der EU-weit schlimmsten demografischen Situation. Während andere europäische Länder noch zehn bis fünfzehn Jahre Zeit haben, ihre Rentensysteme an die neue Situation anzupassen, können wir die Reform keinen einzigen Tag mehr aufschieben. Laut dem Grünbuch der europäischen Kommission kommt in der EU auf vier Arbeitnehmer jeweils ein Rentner. 2050 soll auf zwei Arbeitnehmer ein Rentner kommen, so die Tendenz. In Bulgarien lautet das Verhältnis aktuell: ein Rentner auf 1,3 Arbeitnehmer. Über die Hälfte der Mittel für die Auszahlung von Renten kommt aus Steuergeld. Folglich ist das Rentensystem bereits bankrott und wird nur noch künstlich am Leben gehalten."
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