Adevărul - Rumänien | Donnerstag, 2. Dezember 2010
Rumänien bekommt zwielichtige Partei
Der rumänische Medienunternehmer Dan Diaconescu hat eine neue Partei gegründet, die jetzt auch gerichtlich zugelassen ist. Diaconescu besitzt den Privatsender OTV, erreicht mit Sensationsjournalismus hohe Einschaltquoten und steht wegen Erpressung vor Gericht. Seine Volkspartei (P.P.) hat zwar wirre Pläne, meint die Tageszeitung Adevărul, könnte aber gefährlich werden: "Das Programm der P.P. lässt sich mit gesunden Menschenverstand nicht analysieren. ... Die Partei will Volksgerichte gründen, die die Plünderer des Landes schnell veruteilen sollen. Der Parlamentspalast, der Präsidentenpalast und der Regierungspalast sollen 'evakuiert' werden. ... 200.000 Wohnungen sollen für Arme gebaut werden. Und die Krönung des Ganzen: Jeder Bürger soll vom Staat 20.000 Euro erhalten. … Andererseits ist damit nicht zu spaßen. ... Die große Armut, ... der Glaube an die dauerhafte Ungerechtigkeit und die fehlende Alternative zu einem Leben, das von endlosen Anomalien geprägt ist, könnten genügende Landsleute auf den Geschmack der Droge bringen, welche die Sendungen von OTV kostenlos verbreiten."
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