Sega - Bulgarien | Sonntag, 2. Januar 2011
Milo Ðukanović - Friedensstifter und Mafiaboss
Nach fast zwanzig Jahren an der Macht ist der montenegrinische Ministerpräsident Milo Ðukanović zum Jahresende zurückgetreten. Rückblickend schwankt die Tageszeitung Sega zwischen Lob und Misstrauen: "Ðukanović hat Montenegro als Staat wieder erweckt und zu einem ernstzunehmenden Stabilitätsfaktor im Westbalkan gemacht. Er hat es geschafft, das kleine Land vor den schwelenden Konflikten im postjugoslawischen Raum in den 1990er Jahren zu schützen und die Balkanrepublik mit 650.000 Einwohnern in ein Musterbeispiel für ethnische Toleranz und friedliches Zusammenleben in Europa zu verwandeln. Seine Staatsführung blieb aber laut der montenegrinischen Opposition nicht frei von Kontroversen, zumal Montenegro zum Symbol für politische Korruption und Zigarettenschmuggel und Ðukanović selbst laut [Oppositionsführer] Nebojša Medojević zu einem der Hauptdrahtzieher der Mafia wurde. Bereits vor einem Jahr bezeichnete ihn sein enger Vertrauer und Berater [Ratko Knežević] als größten Mafiaboss nicht nur in der Region, sondern in Europa."
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