Navigation

 
Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 23. März 2011

Flüchtlingswelle rollt auf Europa zu

Rund 6.000 Flüchtlinge aus Nordafrika, vor allem aus Tunesien, befinden sich derzeit auf der kleinen italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa. Nun rächt sich, dass die Strategie gegen illegale Einwanderung vor allem auf Verträgen mit dem libyschen Diktator Gaddafi aufgebaut war, meint die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Stürzt Gaddafi, dann weiß niemand, wann in Libyen eine neue staatliche Ordnung entsteht und ob es eine Regierung gibt, mit der man über Grenzkontrollen verhandeln kann. Hält sich der wirre Diktator, wird er wahrscheinlich seine Ankündigungen wahr machen und Migranten seine Häfen nach Europa öffnen. Wie groß das Potential ist, davon zeugen die 15.000, die nur in den vergangenen drei Monaten aus dem kleinen Tunesien mit seinen zehn Millionen Einwohnern gekommen sind. Schon sind auch die ersten Boote aus Ägypten in Italien gelandet. Mit welchen Zahlen Italien in nächster Zeit rechnet, zeigt die Kalkulation von Innenminister Roberto Maroni: Er hat den Regionen abgerungen, dass sie bis zu 50.000 Migranten aufnehmen. ... Ganz Europa sollte sich auf neue Zuwanderungswellen einstellen."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 24. März 2011

Weitere Inhalte