The Independent - Großbritannien | Donnerstag, 24. März 2011
Jemens Präsident spielt auf Zeit
Der Druck auf Jemens Präsidenten Ali Abdullah Saleh hat einen neuen Höhepunkt erreicht, nachdem seine Getreuen am Freitag mehr als 50 Demonstranten erschossen hatten. Am Mittwoch bot Saleh Neuwahlen noch in diesem Jahr an. Doch das ist eine Hinhalte-Taktik, meint die liberale Tageszeitung The Independent: "Washingtons klassische regionale Entscheidungsschwäche zwischen Stabilität und Demokratie scheint nach dem Massaker an den Demonstranten zu kippen. Saleh, der für seine Kooperation im Kampf gegen militante Islamisten Millionen Dollar von den USA erhalten hat, wird nun fallengelassen. Doch der jemenitische Präsident bleibt trotzig und besteht darauf, dass er nicht zurücktreten kann ohne zu wissen, wer sein Nachfolger wird, darum könne er erst nach den Neuwahlen gehen. Das Problem ist, dass Saleh solche Tricks schon zuvor probiert hat. ... Was es braucht, ist die aufrichtige Beteiligung aller an einem offenen, transparenten Prozess, der sich mit den Sorgen der Jemeniten befasst. Al-Qaida ist trotz der von den USA unterstützten Autokratie im Jemen gediehen. Hier wie in anderen Teilen der arabischen Welt ist Demokratie das beste Mittel gegen al-Qaida."
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