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Il Sole 24 Ore - Italien | Sonntag, 15. Mai 2011

Moisés Naím über die Angst vor Syriens Waffenarsenal

Die Demonstrationen und Unruhen in Syrien halten unvermindert an. Mindestens sieben Menschen sind am Wochenende von Sicherheitskräften des Regimes erschossen worden. Doch der Westen greift aus Angst nicht ein wie in Libyen, analysiert der Schriftsteller Moisés Naím in der Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Warum bombardieren die USA und Europa Tripolis mit Raketen, aber Damaskus nur mit Worten? ... Weil Syrien militärisch stärker ist als Libyen. Die syrischen Militärkräfte gehören zu den am besten ausgerüsteten und geschulten im Nahen Osten. Das Land besitzt chemische und biologische Waffen. Seine paramilitärischen Kräfte gehören zu den dreizehn stärksten der Welt. ... Dazu kommt der Ermüdungsfaktor. Libyen hat den geringen Appetit gestillt, den die USA noch auf die Beteiligung an Kriegen verspürten, die nicht die eigenen lebenswichtigen Interessen bedrohen. Die syrischen Dissidenten zahlen den Preis für die langen und teuren Kriege der USA in Afghanistan und im Irak und die Intervention in Libyen. Die militärische Unterstützung Washingtons für entlegene Regionen wird fortan immer begrenzter und selektiver sein. Ohne die USA existiert Europa jedoch im Bereich der Kriegsführung nicht. Folglich finden sich die syrischen Dissidenten allein auf weiter Flur."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 16. Mai 2011

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