De Volkskrant - Niederlande | Donnerstag, 16. Juni 2011
Jan Hunin rät Flamen und Wallonen zur Trennung
Auch ein Jahr nach den belgischen Parlamentswahlen haben sich Flamen und Wallonen noch immer nicht auf eine neue Regierung geeinigt. Der belgische Osteuropa-Korrespondent Jan Hunin empfiehlt seinem Land in der der linken Tageszeitung De Volkskrant eine Trennung nach dem Beispiel der Tschechen und Slowaken: "Selbst wenn schnell eine Lösung gefunden würde, käme bald die nächste Krise. Dass es besser ist, in einem solchen Fall auseinander zu gehen, beweist das Beispiel der Tschechoslowakei. ... Bedauert haben sie ihre Trennung nicht. Sogar die Slowakei als schwächerer Partner hat darunter wirtschaftlich nicht gelitten. Als unabhängiger Staat behaupten sich die Slowaken besser als zu der Zeit, als sie vom Geld der Tschechen abhängig waren. Aber am stärksten haben die gegenseitigen Beziehungen von der Trennung profitiert. Die sind heute viel besser als zu der Zeit, als Tschechen und Slowaken in einem Staat lebten. ... Deshalb sollte die Trennung Vorbild für Belgien sein, wo die Probleme mit der Gemeinschaft viel größer sind als in der damaligen Tschechoslowakei."
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