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La Repubblica - Italien | Freitag, 24. Juni 2011

EU unterwirft sich Finanzsystem

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben am Donnerstag bei ihrem Gipfel in Brüssel dem krisengeschüttelten Griechenland ein neues Hilfspaket in Höhe von 120 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Weiteres Geld kann Griechenland zwar helfen, doch ein Grund des Übels - das mächtige Finanzsystem - bleibt unangetastet, kritisiert die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Die griechische Krise zeigt mitleidlos, dass das Finanzsystem mittels seiner operativen Arme - EU-Kommission, Europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfonds - de facto die EU lenkt. Die vom Volk gewählten Regierungen haben sich vor geraumer Zeit ganz in den Dienst der Finanzwelt gestellt. Sie hätten das Finanzsystem nach dem Ausbruch der Krise 2008 reformieren müssen. Zwar wird seit zwei Jahren in Brüssel über Finanzreformen diskutiert, doch war dies bislang nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Weil sie das Finanzsystem nicht reformiert, sondern ihm sogar geholfen haben, noch mächtiger zu werden, sind die Regierungen nun seinen Forderungen hilflos ausgeliefert."

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