Magyar Narancs - Ungarn | Freitag, 1. Juli 2011
Flat Tax belastet Mehrheit der Ungarn
Die rechtskonservative Regierung in Ungarn hat zum Jahresbeginn eine Einheitssteuer in Höhe von 16 Prozent eingeführt. Die Pauschalsteuer belastet einen Großteil der Bevölkerung, kritisiert die linksliberale Wochenzeitung Magyar Narancs in einer Zwischenbilanz: "Ungarn hat sich 2011 nicht gerade unter optimalen Umständen zur Einführung einer linearen Besteuerung entschieden. Die Regierung stand dabei vor der Aufgabe, ein budgetäres Gleichgewicht herzustellen und zugleich den Wirtschaftsmotor anzukurbeln. ... Was sich die Regierung von der Flat Tax erwartet hatte waren politische, budgetäre und beschäftigungspolitische Vorteile sowie eine Verbesserung der Steuermoral. Es ist offenkundig, dass die politischen Erwartungen an der Realität zerschellt sind: Die Einheitssteuer gereicht drei Viertel der ungarischen Steuerzahler zum Nachteil, während sie bloß jenes Fünftel begünstigt, die zum oberen Mittelstand und zu den Superreichen gehören. In den anderen Ländern Europas wurde genau das Gegenteil getan: Im Zuge der Maßnahmen zur Bewältigung der Krise wurde die Steuerlast der Vermögenden erhöht und jene der Ärmeren gesenkt."
» weiterführende Informationen (externer Link, ungarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Wirtschaftspolitik, » Wirtschaft, » Ungarn
Alle verfügbaren Texte von » Zoltán Pitti
» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 1. Juli 2011