Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 14. Juli 2011
Japans Premier taktiert bei Atomausstieg
Rund vier Monate nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima hat Japans Premier Naoto Kan einen schrittweisen Atomausstieg in Aussicht gestellt. Das ist in erster Linie politisches Kalkül mit Blick auf die nächsten Wahlen, analysiert die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Man kann ... sagen, dass Kan ohne die Katastrophe vom 11. März schon nicht mehr im Amt wäre. Insofern kann er jetzt leicht über seine neuen Überzeugungen zum Thema Atomkraft sprechen. Seine Botschaft dürfte sich vor allem an die eigene Partei richten. Die Demokraten haben aus ihrem überragenden Wahlsieg von 2009 bisher nicht viel gemacht. Mit dem Atomthema hätten sie womöglich ein zugkräftiges Argument für den nächsten Wahlkampf. Naoto Kans Erklärung ist ein hellleuchtender Versuchsballon. Jetzt braucht seine Partei noch jemand, den sie selbst für gut genug hält, die Botschaft an die Wähler zu bringen."
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