Magyar Nemzet - Ungarn | Dienstag, 6. September 2011
Péter Zárug über den Segen von Sarrazins Tabubruch
Vor rund einem Jahr erschien das skandalträchtige Buch Deutschland schafft sich ab des damaligen Vorstandsmitglieds der Deutschen Bundesbank, Thilo Sarrazin. Er wurde zu Recht zum Tabubrecher, meint der Politologe Péter Farkas Zárug in der konservativen Tageszeitung Magyar Nemzet: "Sarrazin hat die Mauern der politischen Korrektheit durchbrochen. Der sozialdemokratische Politiker zog damit den Zorn jener Kräfte auf sich, die sich nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs das Recht herausgenommen hatten, andere unaufhörlich zu stigmatisieren. ... Doch womit hat Sarrazin den geballten Zorn auf sich gezogen? ... Er ist jener Welt der politischen Semantik entstiegen, in der die bis ins Extrem gesteigerte politische Korrektheit verhinderte, dass über bestimmte Themen, die sich auf das Problem Mehrheit-Minderheit bezogen, überhaupt gesprochen werden konnte. Diese extrem aufgefasste Political Correctness hat den politischen Eliten in Europa in den vergangenen beiden Dekaden die Hände gebunden und die Artikulierung bestimmter ethnischer, religiöser und kultureller Probleme völlig der radikalen Rechten überlassen. Zugleich nahm das linksliberale Lager - zumal in Deutschland - das Recht für sich in Anspruch, andere politisch als 'radikal', 'rassistisch', 'faschistisch', 'islamfeindlich' oder 'antisemitisch' zu stigmatisieren."
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