Aamulehti - Finnland | Donnerstag, 13. Oktober 2011
Skandal schwächt Schwedens Sozialdemokraten
Der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens, Håkan Juholt, hat jahrelang unrechtmäßig die volle Aufwandsentschädigung für seine Zweitwohnung in Stockholm kassiert, obwohl er nur Anrecht auf die Hälfte gehabt hätte. Seine Vorgängerin Mona Sahlin musste in den 1990er Jahren wegen einer ähnlichen Affäre ihren Ministersessel räumen. Für die liberale Tageszeitung Aamulehti sind Juholts Tage als Parteivorsitzender gezählt: "Obwohl die Partei-Elite ihren Vorsitzenden formal noch stützt, ist derzeit alles völlig durcheinander und niemand weiß, was wann passiert. Kaum jemand glaubt wohl noch, dass die Sozialdemokraten bei den Parlamentswahlen 2014 die konservative Regierungskoalition unter der Führung Juholts ernsthaft herausfordern können. Nach zwei katastrophalen Wahlen hätte der als Nachfolger von Sahlin gewählte Juholt sich keine Fehler erlauben dürfen. Doch es kam anders. Vielleicht hätte das Parteivolk dem gemütlichen Mann aus Småland den Missbrauch der Aufwandsentschädigungen noch nachgesehen, wenn er im vergangenen halben Jahr als Parteivorsitzender gezeigt hätte, was in ihm steckt. Leider hat er das nicht getan."
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