Jyllands-Posten - Dänemark | Donnerstag, 3. November 2011
Brandanschlag auf die Meinungsfreiheit
Ein Brandanschlag hat die Pariser Redaktionsräume der Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo in der Nacht zu Mittwoch verwüstet. Vermutlich war er eine Reaktion auf die aktuelle Scharia-kritische Ausgabe mit Zeichnungen des Propheten Mohammed. Die liberal-konservative Tageszeitung Jyllands-Posten hat sich wegen schlechter Erfahrungen mit Mohammed-Karikaturen dagegen entschieden, die Hebdo-Titelseite nachzudrucken: "Jyllands-Posten lebt seit fünf, sechs Jahren in einer Art Belagerungszustand. Wir würden gerne sagen, dass wir uns einem höheren Ziel unterordnen, koste es, was es wolle. Aber wir sind auch realistisch. Wir leben und arbeiten unter extremen Sicherheitsvorkehrungen. Deshalb haben wir die Entscheidung getroffen, die französische Zeichnung nicht zu drucken. Der Kampf für die Meinungsfreiheit wird an vielen Fronten gekämpft. ... Die Zeitung setzt ihre Kräfte ein, um über den Arabischen Frühling zu berichten, über islamischen Totalitarismus und den Druck auf westliche Werte generell. Natürlich kann nicht eine Zeitung allein den Kampf gewinnen. Die gesamte Zivilgesellschaft muss dazu beitragen. ... Die Debatte über die Meinungsfreiheit ist wichtiger denn je. Aber es geht nicht länger nur um Karikaturen."
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