De Volkskrant - Niederlande | Donnerstag, 10. November 2011
Auch Demenzkranke haben Recht auf Sterbehilfe
In den Niederlanden ist nach Medienberichten vom Mittwoch erstmals eine demenzkranke Frau durch aktive Sterbehilfe gestorben. Sie hatte vor der Erkrankung eine Patientenverfügung unterzeichnet, obwohl Sterbehilfe bei Menschen verboten ist, die ihren Willen nicht mehr äußern können. Diese Regel muss geändert werden, meint die linksliberale Tageszeitung De Volkskrant, aber äußerst umsichtig: "Natürlich darf man nicht leichtsinnig über das Beenden des Lebens eines Menschen reden, der abgesehen von der Demenz gesund ist. Es gibt sicher Risiken. Menschen können etwa von ihren Kindern unter Druck gesetzt werden. Es ist sogar denkbar, dass der Staat aktive Sterbehilfe stimulieren wird, um Kosten zu sparen. Daher muss auch diese Art der Sterbehilfe gut geregelt werden. ... Am Ende aber muss die Selbstbestimmung des Individuums am schwersten wiegen. Am Recht auf Leben von dementen Patienten darf man nie rütteln. Zugleich muss jeder Mensch die Wahl haben, um sich und seiner Umgebung das Leid einer solchen letzten Lebensphase zu ersparen."
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