Die Presse - Österreich | Donnerstag, 17. November 2011
Austritte können Euro-Zone retten
Die Risikoaufschläge für europäische Staatsanleihen sind am Dienstag deutlich gestiegen. Darunter waren erstmals auch Anleihen Finnlands, Österreichs und der Niederlande, die sehr gut bewertet sind. Um die Währungsunion zu retten, muss über eine Verkleinerung der Euro-Zone zumindest nachgedacht werden, meint die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse: "Einige Juristen meinen, dass es möglich sei, [den Euro] zum ursprünglichen Wechselkurs in Drachmen oder Lira zurückzuwechseln und die neue Währung erst danach abzuwerten. Wenn das nicht geht, müsste es einen deutlichen Schuldenschnitt geben. Die Kosten dafür hätten in jedem Fall die restlichen Euroländer zu tragen, indem sie ihre Banken retten. Nach einem Euro-Austritt hätten die Krisenländer jedoch wieder die Freiheit, ihre Währungen an die eigene wirtschaftliche Kraft anzupassen. Noch lebt die Hoffnung, dass es so weit nicht kommen muss. Denn ein Austritt einzelner Euroländer käme einer Zerreißprobe für die Europäische Union und ihr Finanzsystem gleich. Langfristig könnte dies aber die einzige Möglichkeit sein, das Projekt Euro noch zu retten."
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